Freitag, 19. Dezember 2008

Das iPhone und die Schweiz


Kein anderes Gadget sorgte für 2008 für so viel Gesprächsstoff wie das iPhone. Die Vorfreude auf das Apple-Handy war auch hierzulande entsprechend gross. Am 11. Juli war es dann soweit: Das iPhone 3G landete offiziell in der Schweiz - und 20 weiteren Destinationen ausserhalb der USA.

Die Swisscom öffnete für den Verkaufsstart am 11. Juli 2008 extra um Mitternacht ihren Shop an der Füsslistrasse in Zürich und zog so Hunderte von iPhone-Jüngern an, die sich schon neun Stunden vorher vor dem Laden in Position brachten. Und das zu Recht, denn die Geräte gingen weg wie warme Semmel. So kam es schon beim Mitternachtsverkauf zu Engpässen, der Grossteil der Wartenden ging leer aus.

Am Anfang stand der Lieferengpass

Und die Misere hielt an: In den ersten Wochen konnten weder Swisscom noch Orange die grosse Nachfrage bedienen. Ein zusätzliches Problem stellte die Tatsache dar, dass das iPhone ohne Vertrag in keinem anderen Land zu so attraktiven Konditionen verkauft wurde. Dies hatte zur Folge, dass aus dem Ausland regelrechte Hamsterkäufe getätigt wurden. Orange wie auch die Swisscom sahen sich zum Handeln gezwungen und passten die Preise für das iPhone ohne Vertrag nach oben an.

Einmalige Erfolgsgeschichte

Mittlerweile hat sich die Situation verbessert und in der Schweiz sind geschätzte 200 000 Geräte im Einsatz. «Der Ansturm auf das Gerät war bisher einmalig. Wir sind mit der verkauften Stückzahl sehr zufrieden», sagt Orange-Pressesprecherin Therese Wenger auf Anfrage von 20 Minuten Online.

Swisscom-Mediensprecher Carsten Roetz weiss auch, warum das Apple-Handy bei der Kundschaft so begehrt ist: «Das iPhone hat eine einzigartige Benutzeroberfläche. Es ist das erste Mobiltelefon, das mobiles Internet wirklich selbstverständlich erscheinen lässt. Es vereint auf ideale Weise einen Musikplayer, eine Spielkonsole und ein Kommunikationsterminal. Über den AppStore und die Möglichkeit zu Software-Updates kann man es beliebig erweitern und optimieren. Und nicht zuletzt hat das iPhone natürlich auch dank der Marke Apple einen grossen Kultstatus erlangt.»

Erfolgsgarant AppStore

In der Tat stellt der erwähnte AppStore ein Novum im Mobilfunkmarkt dar. Darin finden iPhone-und iPod-Touch-Besitzer Programme von Drittanbietern. Ein Grossteil der Software ist gratis. Standen am Anfang noch 500 Applikation im AppStore bereit, sind es mittlerweile gegen 8000 Apps. Alleine in der Kategorie Unterhaltung stehen über 1200 Programme zum Download bereit. Seit Juli haben iPhone-Besitzer rund 300 Millionen Programme runtergeladen. Apple spült dies Hunderte von Millionen in die Kasse, da sie sich an den kostenpflichtigen Angeboten rund 30 Prozent Provision sichern.

Windows Mobile abgehängt

Auf dem Markt der Smartphone-Betriebssysteme konnte sich Apple mit ihrem Produkt schnell behaupten. Mittlerweile hat das iPhone-Betriebssystem mehr Marktanteile als Windows Mobile. Mit einem Marktanteil von 12,9 Prozent steht es direkt hinter dem Blackberry von RIM (15,9 Prozent) und dem Marktführer Nokia (49,8 Prozent).

Konkurrenz dürfte das iPhone vom Google-Handy HTC G1 bekommen, das ab 2009 in der Schweiz erhältlich sein wird. Damit lässt sich ähnlich dem AppStore auf einen Shop mit Applikation von Drittanbietern zugreifen.
von Manuel Bühlmann

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Donnerstag, 6. November 2008

iPhone schützt Swisscom vor Finanzkrise

Die iPhones gehen weg wie warme Semmel, bescheren der Swisscom Rekord-Handyverkäufe und machen das Telecom-Unternehmen immun gegen die aktuelle Finanzkrise.

«Wir spüren keinerlei Auswirkungen auf unser Geschäft», sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Man habe sogar ein deutliches Wachstum bei Geschäftskunden und Grosskonzernen. Akquisitionen stünden derzeit nicht auf der Agenda, so Schloter. Deshalb muss sich die Swisscom auch keine Sorgen machen, Kredite für Übernahmen zu bekommen, was in der jüngsten Zeit wegen der Finanzkrise immer schwieriger geworden ist.

Laut Schloter sei die Refinanzierung bestehender Schulden im nächsten Jahr noch nicht nötig. Erst 2010 müssten 700 Mio. Fr. refinanziert werden. Die grösseren Beträge in der Grössenordnung von 2,5 Mrd. Fr. stünden erst 2011 und 2012 zur Refinanzierung an.

Preisverfall durch Wachstum wettgemacht

Das Schweizer Geschäft sei nach wie vor durch eine starke Preiserosion geprägt, die in den in ersten neun Monaten 347 Mio. Fr. betragen habe. Hätte die Swisscom nicht viele neue Kunden im Mobilfunk, Breitbandinternet und Bluewin TV gewonnen, würden die 347 Mio. Fr. unmittelbar auf Umsatz und Gewinn durchschlagen, sagte Schloter.

Es sei der Swisscom erneut gelungen, durch das Wachstum die Preiserosion mehr als zu kompensieren. In den ersten neun Monaten hat die Swisscom dank Fastweb den Umsatz um 12,4 Prozent auf 9,085 Mrd. Fr. gesteigert. Ohne den italienischen Breitbandanbieter hätte der Umsatz nur um 0,4 Prozent oder um 35 Mio. Fr. zugelegt, wenn man auch noch mittlerweile verkaufte Tochtergesellschaften herausrechnet.

Schub dank iPhone

Im Mobilfunk hat der «Blaue Riese» zwischen Juli und Ende September so viele Handys wie noch nie in einem Quartal verkauft. Insgesamt habe die Swisscom im dritten Quartal 453 000 mobile Endgeräte in der Schweiz abgesetzt, sagte Schloter.

Dies ist dem Mitte Juli gestarteten neuen iPhone zu verdanken, von dem 116 000 Stück über den Ladentisch gingen. Der Run auf das mittlerweile etwas entzauberte Kultgerät von Apple bremste den Verkauf von Handys anderer Hersteller nicht, von denen die Swisscom mit 337 000 Geräten gleich viele absetzte wie im Durchschnitt der Vorquartale.

Die Swisscom habe 44 Prozent mehr neue Handy-Abonnementkunden gewonnen als im Durchschnitt der Vorquartale, sagte Schloter. Und man habe dank des iPhones deutlich mehr Abos verlängert als in Vorquartalen. Da die iPhone-Besitzer mit ihrem Gerät deutlich mehr Daten herunterladen, ist ihre Monatsrechnung im Durchschnitt um zehn Franken höher als vor der Vertragsverlängerung.

Allerdings hatte der iPhone-Hype seinen Preis. Wegen Gerätesubventionen und Provisionen für die Händler stiegen die so genannten Kundengewinnungskosten im dritten Quartal um 45 Mio. Franken, was auf den Gewinn schlug. Diese Investitionen würden sich aber in Zukunft durch einen höheren Umsatz auszahlen, sagte Schloter.

(mbu/ap) 20min.ch

So häufig surfen die Schweizer im WWW

Mittlerweile verfügen 70 Prozent der Schweizer Haushalte über einen Zugang ins Internet. Die tatsächliche Nutzung hängt stark von Bildungsstand und Alter ab.

Wie aus der neuen Publikation «Indikatoren zur Informationsgesellschaft Schweiz» des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht, gaben im Frühjahr 2008 rund 77 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren an, das Internet in den vergangenen sechs Monaten mindestens einmal benutzt zu haben. 68 Prozent nutzten es wöchentlich oder täglich. Vor allem in den Jahren 1997-2001 wuchs der Anteil der regelmässigen Nutzer stark - von 7 auf über 40 Prozent. Seit 2005 liegt er bei über 60 Prozent. Während 90 Prozent der Personen mit Hochschulabschluss oder höherer Berufsbildung das Netz nutzen, liegt der Anteil bei Personen, die nur die obligatorische Schule machten, bei 47 Prozent. Dieser Bildungs-Graben wird nur langsam schmäler.

Skandinavier haben die Nase vorn

70 Prozent der Haushalte in der Schweiz haben einen Internetzugang. Die Schweiz liegt damit über dem Schnitt der EU-Länder, aber hinter Skandinavien. Drei Viertel der Schweizer Haushalte mit Internetzugang haben einen Breitbandanschluss.

E-Commerce noch bescheiden

Die Entwicklung des E-Commerce blieb hinter den Erwartungen zurück. Von 2003 bis 2005 gaben die Haushalte pro Jahr etwas über eine Milliarde Franken für Güter und Dienstleistungen aus, die sie per Internet erwarben. Das entspricht einem Prozent der Konsumausgaben der privaten Haushalte. Im Jahre 2006 lagen diese Ausgaben bei 2,5 Milliarden Franken. Der Anstieg ist laut BFS allerdings zum Teil geänderten Erhebungsmethoden zuzuschreiben. Am meisten wurde per Internet für Reisen sowie für Multimedia- und Informatikausrüstung ausgegeben.

Quelle: SDA/ATS
20min.ch